Exkursionen und Führungen der NABU-Ortsgruppe Dötlingen-Wildeshausen 2017


Exkursion zu den Kranichen im Goldenstedter Moor am 20.10.2017

Deutlich mehr als 40 Personen folgten am Freitagnachmittag der Einladung der NABU-Ortsgruppe Dötlingen-Wildeshausen zu einer Exkursion zu den Kranichen im Goldenstedter Moor. Unter der fachkundigen Leitung von Jürgen Linnhoff und Wolfgang Lange erfuhren die Teilnehmer viel Wissenswertes über das Leben dieser Zugvögel, die erst seit etwa 20 Jahren auf ihrer Wanderung nach Süden eine Rast in unserer Region einlegen und hier teilweise auch überwintern. Sehr zur Freude aller ließen sich dann wirklich viele hundert Kraniche sowohl mit bloßem Auge als auch mit Fernglas und Spektiv beobachten.


Besuch in Deemter's Essgarten am 8. August 2017

Am Abend des 8. August haben wir zu einer Führung in Deemter's Essgarten in Winkelsett eingeladen. Für eine kleine finanzielle Pauschale führte Frits Deemter sowie seine Frau uns durch ihren mit über 1000 essbaren Pflanzenarten bestückten Garten. Er erklärte uns, dass mindestens ein Teil aller Pflanzenarten im Garten genießbar sei. Unter den Pflanzen befanden sich einerseits typische, einheimische Arten, die man in jedem Garten finden kann (hier sei die Taglilie gennannt). Andererseits waren auch Exoten vetreten, die mit dem Klima und dem Boden in unseren Breiten zurechtkommen. Bei diesen Arten handelte es sich u. a. um den Szechuanpfeffer und den Chinesischen Surunbaum, dessen junge Sprösslinge einen sehr starken, würzigen und vor allem leckeren Eigengeschmack haben. Anschließend an die Führung wurde uns ein kleiner Abendsnack serviert. Blätterteigtaschen gefüllt mit Schafskäse, Apfel und Giersch. Exakt der Giersch (Aegopodium podagraria), der meist als lästiges Unkraut in den meisten Gärten entfernt wird. In Ostasien zählt er zu den leckersten Gemüsen und wird dementsprechend teuer verkauft. Vielleicht eine Marktlücke?

 

Nützliche Informationen zu über 7000 essbaren Pflanzen sind über folgenden Link zu erreichen:

http://www.pfaf.org

Da wir Deemter's wunderbaren Essgarten wärmstens empfehlen können, sollten Sie auch einmal auf der Internetseite vorbeischauen:

http://essgarten.de/


Streifzug durch das Naturschutzgebiet Poggenpohlsmoor am         8. und 15. Juli 2017

Marc Klaß gibt Tipps zur Bestimmung der Pflanzenarten.
Marc Klaß gibt Tipps zur Bestimmung der Pflanzenarten.

Landschaftsökologe Marc Klaß führte durch das NSG und FFH-Gebiet Poggenpohlsmoor und ging dabei besonders auf die Flora des Moores ein. Außerdem hat er gemeinsam mit Willy Zerhusen die Geschichte des Moores in der Froschkuhle (hochdeutsch für Poggenpohl) unter Zuhilfenahme von historischen Karten erläutert. Was einst ein gehölzfreies, nährstoffarmes sowie intaktes Kalkflachmoor mit zahlreichen seltenen und gefährdeten Pflanzenarten war, ist heute ein von Moorwald und intensiv genutztem Grünland dominiertes Niedermoorgebiet mit einer massiven Nährstoffakkumulation. Der Nährstoffeintrag aus den umliegenden, intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen und der zeitweise sehr niedrige Grundwasserstand sind die Hauptgründe für die negative Veränderung des Poggenpohlsmoor. Dennoch sind noch einige Relikte moortypischer Vegetation zu finden. Insbesondere der Quellbereich „Bischofsdiek“ kann mit interessanten und imposanten Pflanzenarten, darunter auch Orchideen, beeindrucken. Von rund 600 aus dem Vorjahr kartierten Individuen des Gefleckten Knabenkrauts (Dactylorhiza maculata) konnten zum Zeitpunkt der Exkursion leider nur ca. 15 Individuen bestaunt werden. Trotz der geringen Anzahl ist die Orchideenart ein Zeiger für eine mäßige und natürliche Nährstoffversorgung im Quellbereich. Außerhalb des Naturschutzgebietes, aber nicht weniger schützenswert, wurde „Muckelmanns Teich" besucht. Dieser zeichnet sich durch einen hohen Fieberklee- (Menyanthes trifoliata) und Sumpf-Schlangenwurzbestand (Calla palustris) aus. Aufgrund der nährstoffarmen und nassen (überstauten) Verhältnisse lassen sich dort weitere gefährdete Pflanzenarten finden,  u. a. mehrere Torfmoosarten.

 

Der NABU Dötlingen-Wildeshausen möchte die Staus in Zusammenarbeit mit den ansässigen Jägern sowie dem Landkreis Oldenburg im Gebiet Poggenpohlsmoor erneuern und evtl. erhöhen um einen moortypischen, oberflächennahen Wasserstand zu erreichen.


Botanische Exkursion im Bereich Pestruper Gräberfeld - Pestruper Moor am 12. August 2017

Am 12. August führte Landschaftsökologe Marc Klaß eine Gruppe von 10 Personen, denen der Regen nichts anhaben konnte, durch die früh aufblühende Heidelandschaft des NSG und FFH-Gebiet Pestruper Gräberfeld. Nach einer Einführung über die geologischen Hintergründe der Entstehung der Heidelandschaften von Wofgang Pohl, erklärte Marc Klaß die verschiedenen Altersphasen der Heide und erläuterte die an magere Gegebenheiten angepasste Begleitvegetation. Thema der Exkursion war zudem die richtige Pflege der Heideflächen. Die Heide kann nur dort bestehen, wo ein geeignetes Management vorhanden ist. Im Pestruper Gräberfeld sind Schafe dafür verantwortlich, die Besenheide (Calluna vulgaris) in den günstigen Altersphasen zu erhalten. Wird die Heide nicht gepflegt, würde die Fläche verbuschen und es würde sich sukzessive ein Wald entwickeln.