Streuobstwiese Wildeshausen

Die NABU-Ortsgruppe Dötlingen-Wildeshausen hat mit der Stadt Wildeshausen im November 2018 einen Vertrag über Pflege und Nutzung einer Streuobstwiese im Landschaftsschutzgebiet "Welgenmarsch" abgeschlossen.

 Die Streuobstwiese wird nachhaltig und extensiv im Sinne der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet „Welgenmarsch“ vom 08.10.2012 gepflegt. Hierzu zählen u.a. folgende Maßnahmen:

  • Extensive Pflege, so dass sich eine blütenreiche Feuchtwiese mit der hierfür typischen Fauna entwickeln kann
  • Extensive periodische Beweidung einer Teilfläche
  • Einsäen einer regiozertifizierten Saatgutmischung für Feuchtwiesen auf einer Teilfläche
  • Regelmäßiger Erhaltungs- und Pflegeschnitt der bereits vorhandenen Obstbäume
  • Einmalige Neuanpflanzung von 5-6 weiteren Obstbäumen (alte Sorten mit nassen Standorteigenschaften)
  • Installation geeigneter Nisthilfen für Vögel und Insekten

Chronologie der Arbeitsschritte


September 2021 – Leider steht uns in diesem Jahr keine Schafherde zur Beweidung der Streuobstwiese am Marschweg zur Verfügung. Daher mussten wir das inzwischen schon recht hoch gewachsene Gras mit Balkenmähern mähen und in Schwaden legen. Eine Besonderheit fällt Passanten auf, die jetzt am Gelände der Streuobstwiese vorbeigehen: Ein Teil des gemähten Grases wurde auf Dreifuß-Gestelle zum Trocknen geschichtet. Die so entstandenen „Hocken“ sah man früher oft auf den Wiesen während der Heuernte. Nostalgie pur…


28. Juni 2021 - Die Frühjahrskur ist der Streuobstwiese am Marschweg gut bekommen. Bernd Ziesmer, Leiter des NABU-Projekts "Bunte Wiesen" war zu einem Ortstermin nach Wildeshausen gekommen, und es stellte sich dabei heraus:  Die beiden Ansaaten vom Mai 2019 und März 2021 haben sich sehr gut entwickelt. Die Fläche hat an Artenvielfalt gewonnen und entwickelt sich positiv weiter. Die Ehrenamtlichen des NABU Dötlingen-Wildeshausen werden die Fläche durch zeitweise Beweidung mit Schafen und Mahd derart pflegen, dass den neuen blühenden Bewohnern eine gute Entwicklung zukommt. Denn eine angepasste Pflege und Nutzung ist nötig, damit die Pflanzen zur Saatreife und zur Ausbreitung gelangen. Auch ein auf dem Gelände liegender Teich wurde vom NABU gesäubert und ein wenig freigeschnitten, damit hier wieder Amphibien und Insekten einen wichtigen Lebensraum finden.


März 2021 - 400 qm der Streuobstwiese in der Welgenmarsch wurden gefräst (vielen Dank an den Spender!). Einige Tage später dann haben ehrenamtlich  Aktive des NABU Dötlingen-Wildeshausen auf der gefrästen Fläche die Regiosaatgutmischung „Feldraine und Säume“ ausgebracht. Das Saatgut besteht zu 10% aus Gräsern und zu 90% aus Kräutern und Leguminosen des nordwestdeutschen Tieflands.

Die Saat kann nicht weiter warten“, sagt NABU-Biologe Bernd Ziesmer, der extra aus Oldenburg angereist ist - mit einem Säckchen Saatgut im Gepäck. „Die keimenden Pflanzen benötigen die Feuchtigkeit der kommenden Wochen; werden sie zu spät ausgesät, könnten die jungen Keimlinge in der Frühsommersonne leicht vertrocknen und eingehen.“

Die ausgebrachte Saat soll nicht den natürlichen Bewuchs der alten Obstwiese ersetzen, sondern ihn nur ergänzen. In den kommenden Jahren, so der Plan, werden sich die hinzugekommenen Arten mit den bereits vorhandenen vermischen und so den Standort dauerhaft bereichern - zur Freude der NABU-Aktiven und zum Nutzen der unzähligen Insektenarten, die von solchen blühenden Wildpflanzen abhängig sind.

Gefördert durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung konnte dieses Saatgut im Rahmen des NABU-Projektes „Bunte Wiesen“ finanziert werden.  


November / Dezember 2020 - Rund um den Teich werden zunächst einige Bäume gefällt, damit sich die Licht- und Strömungsverhältnisse bessern. Dann rückt ein Bagger an: Er entnimmt dem Teich zum einen Faulstoffe und Schlamm; danach schrägt er die Uferböschung etwas ab, so dass eine Flachwasserzone mit etwas höherer Wassertemperatur entsteht. Mit diesen Eingriffen hoffen wir das Gewässer für Amphibien wieder attraktiv zu machen. Bis dahin nämlich war der Teich nicht nur stark verschattet, verschlammt und mit Herbstlaub an der Oberfläche nahezu bedeckt, sondern litt auch unter Eintragungen von Drainage.

Baggerarbeiten am Teich - Foto: NABU / Kuhlmann
Baggerarbeiten am Teich - Foto: NABU / Kuhlmann

28.11.2020 – Die Vegetation auf der Streuobstwiese entspricht noch nicht unseren Wünschen und Vorstellungen einer Fläche mit großer Artenvielfalt. Wir entschließen uns daher zu einer Art Neuanfang, um artenreiches Grünland zu schaffen. Wir beginnen damit, die Fläche maschinell zu mulchen. In einem zweiten experimentellen Schritt werden wir versuchen, schnell wachsende Gräser durch die Einsaat von Klappertopf (Rhinanthus minor und Rhinanthus serotinus) etwas zurückzudrängen und dadurch Platz zu schaffen für langsamer wachsende Gräser und Blütenpflanzen. Die Ausbringung einer regiozertifizierten Saatmischung soll anschließend für zusätzlichen Artenreichtum sorgen.

Die Streuobstwiese nach dem Mulchen
Die Streuobstwiese nach dem Mulchen

Frühjahr / Sommer 2020 - Die Coronakrise lähmt auch die Aktivitäten und Arbeitseinsätze unserer NABU-Gruppe. So können einige wünschenswerte Pflegemaßnahmen erst sehr spät oder gar nicht durchgeführt werden. Eine Mahd unterbleibt, und die spätere Beweidung der Wiese erbringt eher unzureichende Ergebnisse. Ärgerlich: In diesem Jahr knabbern die Schafe alle ihnen zugängliche Obstbäume an.

Bei einem Pflegeeinsatz Ende August muss eine Weide, die auf die benachbarte landwirtschaftlich genutzte Wiese gestürzt war, zerlegt werden. Ihre Zweige schichten NABU-Aktive am Wiesenrand zu einer Art Benjeshecke auf. Sorge bereitet uns nach wie vor der invasive japanische Staudenknöterich, der sich im hinteren Wiesenbereich angesiedelt hat. Hier fand ein Rückschnitt der oberen Pflanzenteile statt; die Fläche soll demnächst mit stabiler Silofolie abgedeckt werden. Die von den Schafen angeknabberten Obstbäume erhalten eine Drahthose. - Abschließend führen wir eine Kontrolle der 14 auf dem Gelände aufgehängten Nistkästen durch.


Herbst 2019 - Ab August beweiden erstmals Schafe die Wiese. Seit September weist ein Infoschild auf Charakter und Ziele der Streuobstwiese hin.


26. und 27. Juni 2019 - Dank anhaltend hoher Temperaturen ist das gemähte Gras sehr schnell durchgetrocknet. Einmal wurde es gewendet, und dann konnte das Heu schon geerntet werden!


21. Juni 2019 - Das teilweise recht hoch stehende Gras wird zum ersten Mal in diesem Jahr gemäht. Zum Einsatz kommen hierbei zwei Balkenmäher und eine Motorsense. Zwei Grasstreifen bleiben als Rückzugsgebiete für Insekten und Kleinsäuger stehen.


7./8. Mai 2019 - Ein Streifen des Streuobstwiesen-Geländes wird gefräst und dort anschließend eine regiozertifizierte Saatmischung für Feuchtwiesen ausgebracht. Sie enthält zu 70% Gräser und zu 30% Kräuter und Leguminosen, die für das nordwestdeutsche Tiefland typisch sind. Das Saatgut erhielten wir aus Mitteln des NABU-Projekts "Aktion Bunte Wiese".

Für die "Aktion Bunte Wiese" stellt die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung insgesamt über 97.000 Euro zur Verfügung. Damit wird der Naturschutzbund die Artenvielfalt auf zahlreichen NABU-Projektflächen im Oldenburger Land fördern. - Nähere Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier.


22. März 2019 - Mit der Unterstützung von Schülerinnen und Schülern des Religionsprojekts „Lernen durch Engagement“ werden im Rahmen eines von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung geförderten Mitmach-Projektes des NABU Niedersachsen 14 Vogel-Nisthilfen aus Holzbeton aufgehängt.

Diese Mühe wird fast sofort belohnt: Keine Viertelstunde nach dem Aufhängen des letzten Nistkastens bezieht ihn ein Blaumeisen-Pärchen!


14. März 2019 - Auf der Streuobstwiese in der Welgenmarsch gehen die Frühjahrs-Arbeiten weiter: Im vorderen Bereich werden vier Apfel- und zwei Birnbäume gepflanzt. Hierbei handelt es sich um regionaltypische alte Sorten, die auch mit feuchten Böden klarkommen: Wildeshauser Renette, Finkenwerder Herbstprinz, Danziger Kantapfel, Altländer Pfannkuchenapfel, Philippsbirne und Neue Poiteau.

Wir danken der Volksbank Wildeshausen eG für diese Baumspende!


15.02.2019 – NABU-Aktive sowie mehrere Schülerinnen und Schüler des Religionsprojekts „Lernen durch Engagement“ schichten Äste kürzlich gefällter Bäume zu kleinen Wällen am Rande des Geländes auf. Dieses Totholz dient künftig Kleinlebewesen aller Art als Nahrung oder Rückzugsraum.

Auf dem hinteren Teil des Geländes wird außerdem eine kleine Fläche mit schwarzer Folie abgedeckt, um die Ausbreitung von japanischem Staudenknöterich  einzudämmen.


Januar 2019: Auf dem Gelände werden einige Bäume gefällt oder gekappt


November - Dezember 2018: Winterschlaf ...


Gräser, Blüten und Obst im Frühjahr und Sommer 2018


14.4.2018:

Pflegeschnitt der Obstbäume mit Landschaftsgärtnermeister Uli Vaske (NABU Dinklage)


25.11.2017:

Erste Besichtigung des Geländes durch Mitglieder der NABU-Ortsgruppe


August 2017:

Das Gelände der Streuobstwiese im Sommer 2017