Walderlebnispfad Wildeshausen

Am südwestlichen Ortsausgang von Wildeshausen liegt eine der "grünen Lungen" der Stadt: der Lehmkuhlenwald, ein bliebtes Naherholungsziel. In seinem Bereich sind mineralhaltiger Lehm und Mergel zu finden - daher sein Name. Lehm wurde früher vielseitig verwendet. Er diente beispielsweise zum Abdichten geflochtener Fachwerkwände, zum Anlegen von Dielen und zum Verstreichen von Backöfen.

 

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fuhren die Landwirte große Mengen mergelhaltigen Bodens auf ihre kalkhungrigen Äcker. Als sie jedoch erkannten, dass ihre Felder durch diese Scheindüngung „ausgemergelt" wurden, gaben sie das Verfahren wieder auf. Zahlreiche Kuhlen ("Lunken") und Stiche erinnern noch an jene Zeit.

 

Im Oktober 1977 wurde der „Waldlehrpfad Wildeshausen - Lehmkuhle“ eröffnet. Die Initiative für einen solchen Freizeitpark ging von der Arbeitsgemeinschaft Wanderwege aus. Nach genauen Planungen begannen sie und die Stadt Wildeshausen schließlich damit, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Während der einjährigen Bauzeit wirkten das Forstamt Ahlhom, die Kreisjägerschaft, der Heimatverein Düngstrup, die Gesellschaft für Naturschutz und Schüler und Schülerinnen der Klasse 8 der Realschule mit – an ihrer Spitze Gustav Roggemann, kommissarischer Rektor der Realschule Wildeshausen, passionierter Naturforscher und Erster Vorsitzender der Gesellschaft für Naturschutz von 1958 bis 1984 und von 1990 bis zu seinem Tode im Jahre 2001.

 

Eine wichtige Idee des Lehrpfads war, Interessenten, insbesondere Schulklassen, die Gelegenheit zu geben, sich mit allen Dingen der einheimischen Natur vertraut zu machen. Zu diesem Zweck wurden entlang des Weges Informationstafeln angebracht, und eine Broschüre mit Erläuterungen war im örtlichen Buchhandel, den umliegenden Gaststätten sowie bei der Stadtverwaltung erhältlich.

Der Lehmkuhlenwald und das benachbarte Arboretum bilden einen gemeinsamen Natur-Erlebnisraum, der von vielen Wildeshausern zum Spazierengehen mit und ohne Hund genutzt wird. Auch Radler durchqueren ihn regelmäßig im Verlauf ihrer Touren. Je nach Jahreszeit stellen sich dabei Wald und Arboretum in einem anderen Gewand dar: Im Frühjahr, wenn die Bäume noch kein Laub tragen, überzieht ein Teppich aus Buschwindröschen und Sternmieren den Waldboden. Im Sommer schließt sich dann das Laubdach und hüllt den Wald in ein angenehm kühles Halbdunkel.

 

Allerdings ist der 1977 angelegte Waldlehrpfad ein wenig in die Jahre gekommen. Die Beschilderung erscheint heutigen Betrachtern nicht mehr zeitgemäß, der begleitende Flyer ist nicht mehr verfügbar, und einige der insgesamt 25 Stationen des Pfades sind gar nicht mehr intakt. So entstand der Wunsch, ihn an Bedürfnisse und Sehgewohnheiten des 21. Jahrhunderts anzupassen und darüber hinaus um Elemente zu bereichern, die auch die Eigenaktivität von Besuchern herausfordern - kurz gesagt: Der Waldlehrpfad soll zu einem Walderlebnispfad weiterentwickelt werden.

 

Die Stadt Wildeshausen und die NABU-Ortsgruppe Dötlingen-Wildeshausen entwickeln dazu gegenwärtig Vorschläge, planen gemeinsam und setzen Stück für Stück die Ideen in die Wirklichkeit um. Grobe Richtschnur für den ersten Entwicklungsabschnitt ist dabei die Planskizze für einen Themenpfad "Bäume":