Einrichtung eines Fledermausbunkers

Ein Winterquartier für heimische Fledermäuse entsteht

Fledermäuse gehören zu den Säugetieren, die einen Winterschlaf halten. Im Herbst wandern Teile der Population ab und suchen sich woanders geeignete Winterquartiere. Ein anderer Teil bleibt auch in der kalten Jahreszeit standorttreu und bezieht geeignete Überwinterungsplätze. Nicht immer sind diese jedoch in ausreichender Zahl vorhanden. In einem ausgedienten Bunker auf dem Gelände der Diakonie Himmelsthür in Wildeshausen entstand daher ein Fledermausbunker, in den sich die Tiere zurückziehen können. Hierbei galt es, auf einige Dinge zu achten.

Inspirationsquelle für unser Ausbau-Vorhaben war die Dokumentation „Erfahrungen bei Neueinrichtungen und Ausbauten von Fledermaus-Winterquartieren“. Erstellt wurde sie auf der Grundlage von Erfahrungen in den Jahren 1998-2011 von Mitgliedern der „Aktion Fledermaus“ im Landkreis Lüneburg.

Die größten Erfolge erzielte die Lüneburger Arbeitsgruppe mit Schlafquartieren auf der Basis von Porotonblöcken:

Diese Idee setzte unser NABU-Aktiver Willy Zerhusen abgewandelt in folgender Konstruktionsskizze um:

Eine größere Anzahl Porotonsteine musste besorgt und ausgeladen werden. Zusätzliche Hohlräume wurden gebohrt und dann die Steine in den unterirdischen Bunker geschafft. An den beiden Längsseiten aufgestapelt, tragen sie die Stürze, auf denen wiederum Porotonsteine gelagert sind (deren Hohlräume zeigen nach unten):

Die Porotonsteine mussten entgratet werden (eine mühselige Arbeit!), damit sich die Fledermäuse beim Hineinschlüpfen nicht verletzen:

An einem freien Teil der Decke haben wir als Angebot für Fledermäuse, die ihren Winterschlaf gerne hängend verbringen möchten, eine Lage Ziegeldraht befestigt. Der musste für die Dokumentation natürlich von unten her fotografiert werden...

Den Außenbereich des Bunkers haben wir so weit freigeschnitten, dass die Fledermäuse die Einflugöffnung orten können:

Neben eine schon vorhandene Einflugöffnung kam vorsichtshalber noch eine zweite. Ein Rohr mit einem äußeren Einfüllstutzen führt in den Innenraum. Bei Bedarf kann so im Winter etwas Wasser in den Raum geleitet werden, um die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten (sie muss zwischen 85 und 100 % liegen). Ein Gully wurde mit einer Ziegelreihe ummauert, so dass das Regenwasser zunächst einmal ansteigen kann. Es dringt dann durch Löcher unten in der "Tür" in den Innenraum, sickert dort in eine Sandschicht und sorgt so ebenfalls für eine hohe Luftfeuchtigkeit:

Fast fertig! Ein letzter Blick in den Innenraum - dann schließen wir die Innentür:

Mit einem Temperatur- und Luftfeuchtigkeits-Sensor können wir in der Winterzeit die klimatischen Bedingungen im Fledermaus-Quartier kontrollieren und gegebenenfalls korrigieren.


Unser Dank gilt den Verantworlichen der Diakonie Himmelsthür in Wildeshausen für ihre freundliche Unterstützung vor Ort (Regional-Geschäftsführer Jörg Ahrendt-Uhde und Hausmeister Jürgen Wehrenberg) sowie der Firma Garms Baustoffe in Dötlingen-Aschenstedt, die uns das Material gespendet hat, das für die Einrichtung des Fledermausbunkers nötig war!