Einspruch!

Für den Erhalt von Bäumen, Alleen und Wäldern

Dem sinnlosen Abholzen eine Grenze setzen

„Unser Lebensstil ist wie Kettenrauchen und Komasaufen auf Kosten des Planeten“, beklagt der WWF in seinem kürzlich erschienenen „Living Planet Report 2018“. In unserem eigenen Erfahrungsbereich müssen wir zum Beispiel immer wieder erfahren, dass Grundstückseigentümer, Stadt- und Wirtschaftsplaner bereit sind, alte Bäume, landschaftsprägende Alleen, ja sogar ganze Wälder zu opfern, damit bestimmte Bauvorhaben realisiert werden können. Zusammen mit anderen Interessengruppen versuchen wir das Schlimmste zu verhindern.


Buchenreihe Hockensberg

 Die Gemeinden Dötlingen, Prinzhöfte und Wildeshausen planen ein Gewerbe- und Industriegebiet in Hockensberg. Hierfür soll unter anderem eine Baumreihe der alten Buchenallee an der Iserloyer Straße gefällt werden.

 Wir sprechen uns entschieden gegen dieses Vorhaben aus, da

1. die Buchenallee im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes landschaftsprägend ist,

2. der jetzt vorgelegte Plan bei Weitem nicht mit dem Untersuchungsbereich des faunistischen Gutachtens übereinstimmt,

3. nicht untersucht wurde, ob Fledermäuse diese Bäume als Habitatbäume nutzen,

4. die vorgeschlagenen Kompensationsmaßnahmen unserer Meinung nach unzureichend sind,

5. mikroklimatische Auswirkungen bei Wegfall einer Baumreihe zu befürchten sind.

Wir schlagen daher eine Verlegung der geplanten Trassenführung in einem Mindestabstand von 10 Metern zur Buchenallee vor.

 Als Zeichen unserer Unterstützung „umarmen“ seit dem 22. September 2018 bunte Schals die von der Fällung bedrohten 29 Rotbuchen. Gestrickt wurden sie von Frauen der Wildeshauser Handarbeitsgruppe „Strickliesel“:

Durch einen Beschluss des Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschusses vom 4. Dezember 2018 hat der Streit um die Erhaltungswürdigkeit dieser Baumreihe eine überraschende positive Wendung genommen: Die Fraktionen beauftragen damit den Landkreis, Gespräche mit der Gemeinde Dötlingen aufzunehmen, um Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten, damit die langfristige Erhaltung gewährleistet ist. Wir hoffen, dass diese Gespräche dazu führen, dass die bisherigen Planungen ad acta gelegt werden und die Buchenreihe weiterhin als landschaftsprägende Schönheit bestehen bleibt!


Industrie- und Gewerbegebiet Wildeshausen-West

Die Stadt Wildeshausen plant in Höhe der Autobahnauffahrt Wildeshausen-West ein Industrie- und Gewerbegebiet. Hierfür soll eine mehr als 30 Hektar große Waldfläche gerodet werden. Zusammen mit der Interessengemeinschaft Steinloge und der UWG lehnt die NABU-Ortsgruppe Dötlingen-Wildeshausen dieses Bauvorhaben und die damit verbundene Waldrodung ab. Dieses Gebiet ist für Menschen in der näheren Umgebung nicht nur mikroklimatisch und als Schallschlucker des Autobahnlärms von großer Bedeutung, sondern spielt auch bei der Grundwasserbildung eine wichtige Rolle, die in Gefahr geriete, wenn das Gelände massiv versiegelt würde.

 

Viele Tiere würden darüber hinaus ihren angestammten Lebensraum verlieren: Brutvögel wie Baumpieper, Bluthänflinge und Trauerschnäpper, Steinkäuze, die in der Nähe nisten, aber auch Fledermäuse und Reptilien wie die Waldeidechse und Blindschleiche.

Ernstzunehmende Kritiker heben hervor, dass in benachbarten Gemeinden bereits ausreichend große Industrie- und Gewerbeflächen existieren bzw. gerade erschlossen werden. Es ist daher nur schwer nachzuvollziehen, warum auch auf Wildeshauser Gebiet nun ebenfalls noch eines entstehen soll. Wir treten dafür ein, dass entsprechende Planungen, die bereits jetzt viel Geld verschlungen haben, unverzüglich eingestellt werden.


Radweg Neerstedt-Klattenhof

Zwischen Neerstedt und Klattenhof entsteht derzeit ein Radweg - eigentlich ein guter Plan. Auch der NABU Oldenburger Land stimmte der Trassenführung auf Grundlage der überarbeiteten Entwurfsfassung des Ingenieurbüros vom 17.10.2016 unter Einhaltung geänderter Punkte zu, wie zum Beispiel:

  • Bei der alten Eiche, die zwischen einer historischen Scheune und dem neuen Radweg steht, müssen besondere Schutzmaßnahmen des Wurzelwerkes bei den Auskofferungs- und Baumaßnahmen vorgenommen werden.
  • Das freistehende Baum-Ensemble Weide/Erle muss als Ganzes erhalten bleiben. Die Erle zu fällen würde die Statik der Weide zerstören. Der Radweg kann dahinter entlang geführt werden.
  • Die Baumgruppe aus 7 Eichen soll komplett erhalten werden, da sie in Verbindung mit dem gegenüberliegenden Schuppen zu sehen ist und ein gutes Habitat für Fledermäuse u.v.a. Arten darstellt. Der Radweg soll hinter der gesamten Baumgruppe geführt werden.

Zu unserem Entsetzen mussten wir allerdings kurz nach Beginn der Bauarbeiten Anfang Oktober 2018 feststellen,

  • dass das Wurzelwerk der alten Eiche irreparabel beschädigt wurde, weil keine besonderen Schutzmaßnahmen ergriffen wurden. Diese Eiche wurde in der Folge gefällt.
  • dass zunächst die Erle mit dem Bagger herausgerissen und dabei die benachbarte Weide in Mitleidenschaft gezogen und dann in einer Nacht-und-Nebelaktion auch noch die Weide mit der Kettensäge traktiert wurde;

 

  • dass die Trassierung zunächst nicht wie vorgesehen um die Eichengruppe herum, sondern auf sie zu geführt wurde. In der Folge wurden dann - quasi im vermeintlichen Vorgriff auf das Unvermeidliche - drei Eichen gefällt.

Wir finden diese gravierenden Fehler erschreckend und fragen uns, wer dafür die Verantwortung trägt.

Wir erwarten eine lückenlose Aufklärung der Zusammenhänge, die zu diesen Schäden geführt haben, sowie zügig durchgeführte Kompensationsmaßnahmen.