Einspruch!

Für den Erhalt von Bäumen, Alleen und Wäldern

Dem sinnlosen Abholzen eine Grenze setzen

„Unser Lebensstil ist wie Kettenrauchen und Komasaufen auf Kosten des Planeten“, beklagt der WWF in seinem kürzlich erschienenen „Living Planet Report 2018“. In unserem eigenen Erfahrungsbereich müssen wir zum Beispiel immer wieder erfahren, dass Grundstückseigentümer, Stadt- und Wirtschaftsplaner bereit sind, alte Bäume, landschaftsprägende Alleen, ja sogar ganze Wälder zu opfern, damit bestimmte Bauvorhaben realisiert werden können. Zusammen mit anderen Interessengruppen versuchen wir das Schlimmste zu verhindern.


Blutbuche vor dem Krankenhaus Johanneum

Blutbuche vor dem Johanneum - Foto: W. Pohl
Blutbuche vor dem Johanneum - Foto: W. Pohl

In einem Schreiben vom 28. Juli 2019 an die Untere Naturschutzbehörde  schlägt der NABU Dötlingen-Wildeshausen dem Landkreis Oldenburg vor, die Blutbuche vor dem Krankenhaus Johanneum in die Liste der Naturdenkmale der Stadt Wildeshausen aufzunehmen. Zwei Gründe werden geltend gemacht:

  • Der jetzt schon ca. 100 Jahre alte Baum hat sich mittlerweile zu einem wunderschönen, imposanten Baum mit ausladender Krone entwickelt, der das Bild in diesem Stadtteil mit prägt.
  • Die Blutbuche stellt zudem als Bestandteil des äußeren Erscheinungsbildes des Krankenhauses Johanneum ähnlich wie die Platane vor der Wildeshauser Alexanderkirche ein lokales Kulturerbe dar, das für die Nachwelt so lange wie möglich erhalten werden sollte.
"Bunter Protest" vor Blutbuche des Johanneums. - Foto: M. Bernhard-Beeskow
"Bunter Protest" vor Blutbuche des Johanneums. - Foto: M. Bernhard-Beeskow

Das Krankenhaus Johanneum plant bekanntermaßen an drei Stellen eine Erweiterung. Dass der Anbau an der Visbeker Straße den Bestand der alten Blutbuche gefährdet, bewegt mittlerweile nicht nur viele Wildeshauser. Am Freitag, dem 6. September, versammelten sich gut 40 Bürger aus dem ganzen Landkreis unter der riesigen Buche. Der Baum wurde mit „schützenden Armen“ versehen.


Buchenreihe Hockensberg

Die Gemeinden Dötlingen, Prinzhöfte und Wildeshausen planen ein Gewerbe- und Industriegebiet in Hockensberg. Hierfür soll unter anderem eine Baumreihe der alten Buchenallee an der Iserloyer Straße gefällt werden.

 Wir sprechen uns entschieden gegen dieses Vorhaben aus, da

1. die Buchenallee im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes landschaftsprägend ist,

2. der jetzt vorgelegte Plan bei Weitem nicht mit dem Untersuchungsbereich des faunistischen Gutachtens übereinstimmt,

3. nicht untersucht wurde, ob Fledermäuse diese Bäume als Habitatbäume nutzen,

4. die vorgeschlagenen Kompensationsmaßnahmen unserer Meinung nach unzureichend sind,

5. mikroklimatische Auswirkungen bei Wegfall einer Baumreihe zu befürchten sind.

Wir schlagen daher eine Verlegung der geplanten Trassenführung in einem Mindestabstand von 10 Metern zur Buchenallee vor.

 Als Zeichen unserer Unterstützung „umarmen“ seit dem 22. September 2018 bunte Schals die von der Fällung bedrohten 29 Rotbuchen. Gestrickt wurden sie von Frauen der Wildeshauser Handarbeitsgruppe „Strickliesel“:

Durch einen Beschluss des Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschusses vom 4. Dezember 2018 hat der Streit um die Erhaltungswürdigkeit dieser Baumreihe eine überraschende positive Wendung genommen: Die Fraktionen beauftragen damit den Landkreis, Gespräche mit der Gemeinde Dötlingen aufzunehmen, um Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten, damit die langfristige Erhaltung gewährleistet ist. Wir hoffen, dass diese Gespräche dazu führen, dass die bisherigen Planungen ad acta gelegt werden und die Buchenreihe weiterhin als landschaftsprägende Schönheit bestehen bleibt!


Industrie- und Gewerbegebiet Wildeshausen-West

Die Stadt Wildeshausen plant in Höhe der Autobahnauffahrt Wildeshausen-West ein Industrie- und Gewerbegebiet. Hierfür soll eine mehr als 30 Hektar große Waldfläche gerodet werden. Zusammen mit der Interessengemeinschaft Steinloge und der UWG lehnt die NABU-Ortsgruppe Dötlingen-Wildeshausen dieses Bauvorhaben und die damit verbundene Waldrodung ab. Dieses Gebiet ist für Menschen in der näheren Umgebung nicht nur mikroklimatisch und als Schallschlucker des Autobahnlärms von großer Bedeutung, sondern spielt auch bei der Grundwasserbildung eine wichtige Rolle, die in Gefahr geriete, wenn das Gelände massiv versiegelt würde.

 

Viele Tiere würden darüber hinaus ihren angestammten Lebensraum verlieren: Brutvögel wie Baumpieper, Bluthänflinge und Trauerschnäpper, Steinkäuze, die in der Nähe nisten, aber auch Fledermäuse und Reptilien wie die Waldeidechse und Blindschleiche.

Ernstzunehmende Kritiker heben hervor, dass in benachbarten Gemeinden bereits ausreichend große Industrie- und Gewerbeflächen existieren bzw. gerade erschlossen werden. Es ist daher nur schwer nachzuvollziehen, warum auch auf Wildeshauser Gebiet nun ebenfalls noch eines entstehen soll. Wir treten dafür ein, dass entsprechende Planungen, die bereits jetzt viel Geld verschlungen haben, unverzüglich eingestellt werden.